Die Kraft und Energie im Helden aktivieren

Der Held oder Krieger 1 gehört – wie die Kobra – zu den Asanas des Sonnengrußes. Aufgrund seiner Asymmetrie ist es nicht ganz einfach, ihn im Flow sauber auszuführen. Einige Tricks aus der spiraldynamischen Ausrichtung helfen jedoch, auf die wesentlichen Punkte zu achten und die Energie zu spüren, die in dieser Position steckt.

Um aus dem Sprinter in den Held hochzukommen, richten sich die meisten Teilnehmer aus dem Rücken heraus auf, ohne das Becken anzuheben. Das ist sehr anstrengend im Rücken und sieht dann so aus:

Der Held mit einem tiefen Becken

Die Folge ist eine starke Belastung des unteren Rückens. Es ist fast unmöglich, den Beckenboden zu aktivieren, denn das Becken ist nach hinten gekippt. Diese Variante mit einem großen Ausfallschritt ist gut, wenn man den Oberschenkel dehnen möchte. Aber in einem kraftfordernden Flow ist sie kontraproduktiv.

Folgt dann die Ansage: “Rolle dein Becken ein, um dein Mula Bandha zu aktivieren“, passiert nicht zu selten folgendes:

Held mit rückgezogenem Oberkörper

Das Becken zwar eingerollt und die Beckenrückseite fließt nach unten, aber der Oberkörper wird bei der „Korrektur“ mit nach hinten gezogen. Das führt dazu, dass der Brustkorb schräg nach hinten verschoben ist. Die Schultern befinden sich nicht senkrecht über dem Becken, sondern dahinter. Der Winkel zwischen beiden Beinen ist hier recht klein, der Kraftimpuls des hinteren Oberschenkels nach hinten fehlt. Meiner Meinung nach fließt keine Energie, es ist nur Anstrengung spürbar. 

Wie geht es nun richtig?

Die Kunst besteht im Flow darin, VOR dem Aufrichten aus dem tiefen Ausfallschritt (Sprinter) das BECKEN ANZUHEBEN und die Oberschenkel IN DAS BECKEN HINEIN ZU ZIEHEN.

Dann erfolgt das Aufrichten aus dem AUFRICHTEN ODER EINROLLEN DES BECKENS, bis der Oberkörper senkrecht steht.

Dabei ist es unverzichtbar, dass HINTERE DIE FERSE MIT ANHEBT. Andernfalls kann sich das Becken nicht aufrichten. Gleichzeitig rotiert das hintere Bein nach innen (Oberschenkelinnenseite nach oben), das vordere Bein nach außen (Oberschenkelinnenseite ebenfalls nach oben aktiviert).

Held mit Power

Beim Einrollen des Beckens ist es wichtig, dass die Rippen am Rücken weiterhin nach oben gleiten und der Oberkörper aus dem Becken heraushebt. Nur so bekommt der untere Rücken die notwendige Länge, dass die Energie fließen kann.

Hinteren Oberschenkel hoch, Becken rollt ein

Das hintere Knie streckt kraftvoll, der Oberschenkel hat einen starken Impuls nach hinten oben. Das Becken sichert einrollend in die entgegengesetzte Richtung.

Stelle dir vor, dass du die Oberschenkel in das Becken hineinziehst. Du könntest dir für einen Test den hinteren Fuß auf eine rutschige Unterlage stellen. Dann ziehst du ihn aus der Kraft des Beckens zu dir heran. Diesen Impuls brauchst du auch in deiner gehaltenen Position.

Im nächsten Beitrag schreibe ich über die Anordnung der Füße im Helden.

Hast du weitere Wünsche und Anregungen zu meinen Ausrichtungstipps? Schreibe mir gerne, ich bin dankbar für alle Tipps. Und nun viel freie Energie in deiner Heldenasana!