Der herabschauende Hund - spiraldynamisch betrachtet

Er ist in vielen Yogastunden eine der Hauptasanas: Der Herabschauende Hund.

Im Unterricht habe ich aber manchmal das Gefühl, dass die Teilnehmer gar nicht genau wissen, was die Zielsetzung hinter dieser Asana ist und wie sie "richtig" gemacht wird.

Wie geht er nun also "richtig"?

Eindeutige Antwort: Es kommt drauf an.

Ein unterschiedlicher Fokus verändert die Wirkung der Asana

Der Fokus kann unterschiedlich sein. So wie jeder Körper anders gebaut ist und unterschiedliche "Themen" hat. Es kommt drauf an, was ich als Praktizierender erreichen will.

  • Möchte ich besonders meine Waden dehnen? Dann schiebe ich mehr die Fersen in den Boden und achte als Anfänger weniger auf den Oberkörper.
  • Möchte ich meine Schultern öffnen? Dann beuge ich etwas die Knie, ziehe das Steißbein zur Decke und schiebe die Schultern zu den Unterschenkeln hin.
  • Oder möchte ich mehr meine Zentrumskraft stärken, weil ich eher auf der überbeweglichen Seite bin? Dann achte ich darauf, die Rippen zu zentrieren, wenn meine Schultern weit geöffnet sind.
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Einige Ausrichtungsprinzipien sind jedoch für alle gültig und wichtig. Für mich sind die Ansagen, die den spiraldynamschen Ansatz berücksichtigen, am wirksamsten. Dann fließt bei mir die Energie frei und vitalisiert mich.  Was das bedeutet, spiraldynamisch?

Ich denke in Schrauben, Spiralen und Kreisen.

Drei Kugeln in einer Linie

So ist z. B. das Becken eine Kugel, die sich so dreht, dass das Steißbein zur Decke steigt.
Der Brustkorb ist eine weitere Kugel, die zu den Beinen hin aktiviert wird.
Der Kopf als dritte Kugel steht in einer Achse mit Becken und Brustkorb.

Die Armspirale: Ellbogen zum Boden, Ellbeugen zum Himmel

Die Arme sind in der Außenspirale: Das bedeutet hier, dass die Oberarme mit den Rückseiten zueinander drehen. Die Arme schieben aufeinander zu und aktivieren zur Mitte hin. Das führt dazu, dass das Gewicht des Oberkörpers auf der Außenseite der Hände ruht.

Der Außenballen der Hände trägt das Gewicht

In diesem Bild der Knochen des Handgelenkes sieht man, dass die Elle (Ulna) direkt in die knöchere Struktur des Handgelenks führt. Die starken Knochen können Gewichte gut abtragen. Befinden sich die Arme in der Ausrotation, formt sich das Handgewölbe ganz von selbst aus.  Alles prima. Probiere es aus!

Hinterfrage die Anleitung "Und nun schiebe die Zeigefingergrundgelenke in den Boden". Das führt nämlich zu einer Einrotation der Handgelenke und der Schultern. Dabei schließt sich der kleine Spalt zwischen Speiche (Ulna) und den Knöchelchen der Handgelenke. Dann muss das weiche Gewebe einen hohen Druck aushalten - wofür es nicht gemacht ist. Das natürliche Handgewölbe geht verloren.

Teste es aus!

Spüre für dich nach, wie sich deine Schultern anfühlen: Mit ausrotierten und zentrierten Armen. Das Gewicht auf der Außenseite der Handgelenke. Mit einem natürlichen Handgelenksgewölbe.

Und schiebe dann die Zeigefingerballen in den Boden. Was passiert mit den Schultern? Werden sei freier oder enger? Was fühlt sich organischer an?

Über das befreiende Gefühl in den Schultern bei ausrotierten Armen findest auch in meinem Beitrag über die Kobra weitere Informationen.

 

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