Für alle Yogis ein Gewinn: Die Katzen-Welle

In fast jeder Yogastunde kommt sie vor: Die Katzen-Welle. Ich nenne sie so, weil ich dabei an eine räkelnde Katze denke, die sich dehnt und reckt.

Katzenbuckel
Streckende Katze

Diese Übung scheint auf den ersten Blick eine sehr einfache für zwischendurch zu sein. Und nicht sehr spektakulär. Und doch hat sie es in sich!

DIE ÜBUNG BRINGT DIR NOCH VIEL MEHR, WENN DU EINIGE DINGE BEACHTEST

Mit dieser einfachen Bewegungsfolge kommt du wunderbar in einen Flow. Überlasse deinem natürlichen Atem, die Bewegungen einzuleiten (und nicht umgekehrt). Wenn du weißt, wo was passieren soll, kannst du den maximalen Gewinn aus der Übung ziehen. Und das lohnt sich!

Worauf kommt es an?

Streckende Katze

Die streckende Katze

·      Streckt die Wirbelsäule insgesamt
·      Öffnet die Schultern
·      Mobilisiert die Lendenwirbelsäule (LWS)
·      Kräftigt die Rückenmuskeln

Dabei hilft es, wenn du dir genau vorstellst,  wo was hinfließt oder gedreht wird:

In der streckenden Katze ziehst du das Steißbein und die Sitzhöcker weit nach oben hoch. Du ziehst die unteren Rippen nach innen zum Bauchnabel und die ganze Bauchdecke um den Bauchnabel herum zur Wirbelsäule. So sorgst du dafür, nicht unkontrolliert ins Hohlkreuz zu fallen und schützt den unteren Rücken.

Und jetzt noch die Schultern: Deine Arme drehen - zusammen mit den Schulterblättern -  nach außen. Dadurch entfernen sich die Schultern von den Ohren unddie Schulterblätter drehen mit den unteren Spitzen zur Wirbelsäule. Die Schultern fließen insgesamt in Richtung Becken. Deine Ellbogen zeigen mit den Spitzen zu den Beinen.

Wenn du deine Schultern in dieser Art drehst und fließen lässt, hast du das Gefühl, deine Hände ziehen zu den Knien (sie bleiben natürlich stehen, aber die Muskeln sind entsprechend aktiv).

Spürst du, wie der Bereich vorne an den Schlüsselbeinen geöffnet wird? Yogisch ausgedrückt:

DER HERZRAUM STEIGT DURCH DAS FENSTER DER OBERARME NACH OBEN AUF.

Wenn du das spürst, hast du viel vom Sinn der Streckenden Katze verstanden.

Einrollende Katze

Die einrollende Katze

·      Dehnt den verspannten unteren Rücken
·      Kräftigt den Bauch
·      Kräftigt die tief liegende Muskulatur des Bauches und des Beckenbodens
·      Wirkt entspannend, wenn dabei gelassen und tief ausgeatmet wird.

Die einrollende Katze wird mit der Ausatmung eingeleitet. Dabei rollst du das Becken mit dem Steißbein in Richtung Bauchnabel. Es ist wichtig, dass die einrollende Katze vom rollenden Becken her beginnt (und nicht im Brustbereich)! Durch die vertiefte Ausatmung an sich ziehen die unteren Rippen nach innen. Doch du verstärkst das noch mit deiner Bauchkraft, indem du den Bauchnabel nach innen oben ziehst.

Die Arme drehen jetzt aus den Schultern heraus nach innen: Die Ellbogen zeigen nach außen und die Schultern kommen näher an die Ohren. Es entsteht das Gefühl, dass die Hände nach vorne schieben (auch hier ist es keine Bewegung, sondern lediglich eine Muskelaktivität).

Spürst du, wie die Lende gedehnt wird und sich die unteren Rippen weiten? Yogisch ausgedrückt:

DAS „APANA“ WIRD VOM ZWEITEN CHAKRA NACH OBEN GESCHOBEN UND MACHT DEN RAUM FREI FÜR FRISCHES PRANA.

(Apana ist die verbrauchte Energie. Es entspricht der Asche und dem Rauch bei einem Feuer. Die Bewegung und der Atem sind wie Schornsteinfeger. Prana ist die frische Luft, die dann in die Feuerstelle gelangt. Die Feuerstelle liegt in der Beckenschale, dort ist der Sitz des 2. Chakras nach yogischer Auffassung). Alles klar???????

Wenn du jetzt wieder mit der Einatmung die streckende Katze einleitest, kannst du die „zentrierende“, also nach innen ziehende Bauchmuskulatur gleich aktiv lassen. Mach die Abfolge viermal, und du hast schon sehr viel für dich getan!

Du kannst die Anleitung für die Katzenwelle auch herunterladen. Dann hockst du nicht so viel vorm Computer :-)