Yoga modern interpretiert

Yoga ist ja inzwischen zu einem “Breitensport” geworden.

Vorurteile über Yoga

Ich mache dennoch die Beobachtung, dass viele Nicht-Yogis zwei Sorten von Vorurteilen hegen:

  1. Im Yoga sitzt man nur rum und singt.

  2. Im Yoga muss man sich verrenken.

Beides kann, muss aber nicht sein.

Das erste Vorurteil entsteht aus dem Teil der yogischen Praxis, in dem in der Versenkung nach innen die innere Ruhe gesucht wird.

Letztlich ist das Finden der inneren Ruhe ein wesentliches Ziel des Yoga.

Im achtgliedrigen Pfad, der von Patanjali in der Yogasutra beschrieben wurde, werden acht Wege, diese Ruhe zu erlangen, aufgezeigt.

Einer davon sind die Asanas - die körperlichen Übungen. Aber sie machen eben nur ein Achtel des Ganzen aus! Es gab Zeiten, in denen diese Übungen zusammen mit dem Propagieren von Askese ein Mittel waren, Kämpfer und Soldaten auszubilden. So einen Drill können wir heute in einer Yogastunde nicht gebrauchen.

Die Geschichte des Yoga ist in diesem Artikel von Yogaeasy kurz und übersichtlich beschrieben.

Aus dieser Tradition sind die anspruchsvollen Asanas mit den “Verrenkungen” entstanden, die moderne Yogastunden häufig in eine Turnstunde umwandeln. (Ich habe nichts gegen Turnen übrigens).

Modernes Yoga für “normale” Menschen

Unter einem moderen Yoga verstehe ich, dass die Körperübungen auf die Bedürfnisse westlicher Menschen eingehen: Sie suchen einen Ausgleich zu einseitiger oder fehlender Bewegung. Sie fühlen sich mental gestresst. Kennen ihren Körper nicht besonders gut, wertschätzen ihn nicht. Wollen aber auch nicht ständig unter Leistungsdruck stehen.

Für diese Menschen sollte meiner Meinung nach das “moderne Yoga” stehen: Ein Yoga, das bewegt und ins Spüren führt. Allerdings bringt es auch nichts, wenn sich Teilnehmer ständig unterfordert fühlen. Deshalb miuss das Level auch angepasst werden. Was für den einen “Verrenken” ist, bedeutet für eine andere, dass sie endlich eine Dehnung spürt…Jeder Jeck ist eben anders!

Vielleicht entwickelt sich aus der verbesserten Kenntnis des Körpers dann irgenwann der Wunsch, tiefer in die Materie einzudringen - so z.B. in das Thema der Energie, des Prana. Hierzu entsteht bald auch ein Artikel, also bis bald!